Mittwoch, 31. März 2010
Eine Antwort auf Christoph Bauer (bei Klaus Eck)
http://bit.ly/Pu4yw

Lieber Herr Bauer,

es ist ja ein beliebter Trick, schwache Argumente selbst zu fabrizieren, sie dann jemandem unterzuschieben und dann zu wiederlegen.

Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet, das Cover meines Buches so schön groß abgebildet zu haben. Noch mehr hätten es mich gefreut, Sie wären auf seinen Inhalt eingegangen.

Der Vorwurf der kulturkritischen Haltung gegen neue Medien ist mir durchaus bewusst. Deshalb gehe ich von Seite 11 bis Seite 15 am Beispiel von Sokrates Schriftkritik darauf ein. Von Seite 40 bis 42 greife ich das Eisenbahnbeispiel auf.

Können wir uns nicht darauf einigen, dass zum Beispiel das Fernsehen in der Tat AUCH negative Auswirkungen hat? Das Fernsehen hat unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit, unser Freizeitverhalten, unseren Umgang miteinander, die Kommunikation zwischen Menschen und sogar die Gehirnentwicklung von Kleinkindern beeinflusst - und nicht ausschließlich zum Guten. Mit anderen Worten: Völlig falsch lagen die Kulturkritiker damals nicht.

Man kann übrigens auch Gegenbeispiele finden, bei denen die Kritiker Recht behielten: Diejenigen, die in den 1960er Jahren an der Seite des Fortschritts standen, waren selbstverständlich für die friedliche Nutzung des Kernenergie. Kritiker galten damals als technikfeindliche Miesmacher. Und heute?

Ich habe auch nie behauptet, dass einzelne Menschen sich nicht ändern. Sondern dass "der Mensch" sich nicht ändert. Dafür ist dem homo sapiens sein evolutionäres Programm viel zu sehr eingeschrieben.
Wenn Sie das anders sehen und den Eindruck haben, der Mensch sei heute grundgütiger als vor - sagen wir- 3000 Jahren, dann haben wir in der Tat einen Dissens.

@mavridis Ich behaupte auch an keiner Stelle, dass sich das Internet nicht durchsetzen werde. Das wäre nicht nur eine Fehlprognose, es wäre Blödsinn. Das Internet hat sich durchgesetzt.
Dem Thema Medienkompetenz widme ich übrigens ein ganzes Kapitel (S. 147 bis 161).

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